Aus der Geschichte der Ordensgemeinschaft der Christenserinnen

Die Ordensgemeinschaft der Christenserinnen zu Stolberg-Venwegen geht zurück bis in die Zeit des frühen Mittelalters, als sich in Beginenhöfen Frauen zusammenfanden, um sich den Armen und Kranken in caritativer Tätigkeit zu widmen. Einen ersten schriftlichen Nachweis liefert die Erwähnung des "Kloster auf dem Graben" in Aachen in einer Schenkungsurkunde des Jahres 1362. Der Name Christenserinnen hat sich im Laufe der Zeit aus dem ursprünglichen "Kestenzien" (vom lat. Castae = die Keusche) gebildet.

Die Christenserinnen leben nach den Regeln des hl. Augustinus und übernahmen als wichtigste Aufgabe zunächst die häusliche Pflege der kranken und hilfsbedürftigen Menschen. Die Ordensgemeinschaft war bis zum vorigen Jahrhundert klein. Zeitweilig durften nur sechs bis zwölf Schwestern aufgenommen werden. Ab dem 19. Jahrhundert bis zur Blütezeit seines Wirkens in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts vergrößerte sich der Orden jedoch beständig.

Das erste Filialkloster wurde 1872 in Geilenkirchen gegründet. Weitere Filialen wie in Linnich folgten. Inzwischen musste das alte "Kloster auf dem Graben" in Aachen aus städtebaulichen Interessen verlassen werden. Die Schwestern übernahmen 1899 das ehemalige Jesuitenkloster in der Aureliusstraße in Aachen. Nach dem zweiten Weltkrieg, in dem die Schwestern in Lazaretten und an Verbandsplätzen tätig waren, arbeiteten 200 Schwestern in 20 Niederlassungen. Neben ihrer ursprünglichen Tätigkeit in der ambulanten Krankenpflege wirkten sie zusätzlich in ordenseigenen Krankenhäusern, Altenheimen und einem Kindergarten bis in die benachbarten Niederlande. Im September 1974 fand der Umzug von Aachen in das neu erstellte Mutterhaus in Stolberg-Venwegen statt, dem ein Altenheim angegliedert ist. Damit begannen die Schwestern auch den Betrieb von Krankenhäusern, Altenheimen und einem Kindergarten.

Pflegehaus St. Josef

Am 26.03.1888 wurde der Grundstein zum Pflegehaus "St. Josef" in Linnich gelegt, welches die Schwestern der Genossenschaft der Christenserinnen betreuten und betrieben. In ihrer Tradition sind auch im heutigen St. Josef-Krankenhaus die Sorge um die Patienten und die Qualität der Versorgung das vorrangige Ziel. Getragen wird das Engagement der Mitarbeiter für Patienten und Angehörige von einem christlichen Grundverständnis.